Fleesensee Gymnasium

Geschichte Malchow’s

Die Stadt Malchow wurde auf einer Insel zwischen dem Plauer See und dem Fleesensee erbaut. Erstmals wird sie 1147 schriftlich erwähnt. Am 14. März 1235 erhielt sie das Schwerinsche Stadtrecht von Fürst Nikolaus I. von Werle.

Ab 1721 wurde die Stadt zum Festland hin erweitert, nachdem die Häuser auf der Insel innerhalb von dreißig Jahren zwei Mal niedergebrannt waren. Es gab eine Holzbrücke die die Stadt mit dem östlichen Ufer verband. Diese wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und konnte wegen Geldmangel nicht wieder aufgebaut werden. So gab es zwischen 1724 und 1846 einen Fährdienst, der 1846 durch einen Erddamm ersetzt wurde. Bis 1845 war die Westseite durch eine Holzbrücke verbunden. Diese wurde zwischen 1845 und 1863 durch eine Hubbrücke ersetzt. 1863 wurde eine hölzerne Drehbrücke errichtet. Dadurch wurde die Stadt dreigeteilt, in die Insel, den östlichen Teil der Stadt und den westlichen Teil der Stadt. Heute liegt der größte Teil der Stadt im Westen.

1938, in der Zeit des Nationalsozialismus, wurde in Malchow eine Munitionsfabrik der Dynamit-AG Alfred Nobel & Co errichtet. Hier wurden Rüstungsgüter hergestellt und während des Zweiten Weltkrieges verrichteten hier viele Kriegsgefangene Zwangsarbeit. 1943 wurde ein Außenlager des KZ Ravensbrück unweit der Fabrik errichtet.

Im Mai 1945 wurde in Malchow die sowjetische Ortskommandantur eingerichtet, vor der Villa Gartenstraße 19. Um die Jahreswende 1945/46 wurden von der Geheimpolizei NKWD dreißig Jugendliche verhaftet, wegen angeblicher antisowjetischer Tätigkeit. Von ihnen kamen einige in das Speziallager Nr. 7 Sachsenhagen, wo ein paar an den Lagerbedingungen starben. Heute erinnert ein Gedenkstein in der Villa an sie.

Ab 1991 wurde der historische Stadtkern mit der Altstadtinsel und dem Klosterbereich saniert und ist seitdem für Touristen sehenswert.